Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Libanon: Die ständige Angst vor den Bomben

Nothilfe
Libanon

Der Konflikt im Libanon hat das Leben von Zeina Salhani und ihrer Familie stark verändert. Die unsichere Lage fordert sie täglich heraus. Das Wichtigste: der Schutz ihrer Familie. Die ständige Angst vor Bombardierungen erschwert ihren Alltag erheblich. Handicap International (HI) leistet wichtige Unterstützung im Libanon, um den Menschen in dieser schwierigen Situation zu helfen.

HI-Mitarbeiterin Zeina sitzt mit den Armen vor der Brust an einem Tisch

© Tom Nicholson/HI

Zeina Salhani, die Programm-Managerin von HI, lebt zusammen mit ihren drei Kindern, ihrer Schwester, ihrem Bruder und ihrer Mutter im Süden von Beirut. Täglich macht sie sich Sorgen, dass die Bomben auch ihr Haus treffen könnten. Zeina versucht mit einfachen Mitteln ihre Familie zu schützen. So lässt sie beispielsweise die Fenster offen, damit sie bei der nächsten Druckwelle nicht zerspringen.

„Im Moment wohnen wir noch zuhause. Wir leben im Süden von Beirut, nur 15 Minuten von der Hauptstadt entfernt... Es ist schwer zu sagen, ob ein Ort wirklich sicher ist oder nicht. Bisher sind die Bombenanschläge noch etwas von unserem Wohnort entfernt, aber ich kann sie deutlich hören. Letzthin gab es ganz in der Nähe schwere Bombenangriffe.“

Der Alltag in der Krise

Zeinas Alltag ist durch diese permanente Unsicherheit geprägt. Sie schildert ihre täglichen Schwierigkeiten:

„Gestern haben wir es endlich geschafft, nach zwei schlaflosen Nächten etwas Schlaf zu finden. Wenn die umliegenden Gebiete angegriffen werden, ist der Lärm manchmal überwältigend. Jedes Mal, wenn ich Explosionen höre, informiere ich mich über die Nachrichten, um die genauen Standorte zu lokalisieren und um herauszufinden, ob unser Gebiet noch sicher ist.“

Auch ihr Arbeitsleben ist eine Herausforderung. Zeina wägt jeden Tag die Risiken ab, um zu entscheiden, ob sie von zu Hause aus arbeitet oder sich doch ins Büro wagt. Oftmals funktioniert auch die Internetverbindung nicht zuverlässig, was zusätzliche Schwierigkeiten mit sich bringt.

HI leistet wichtige Hilfe für Betroffene im Libanon

Seit der Eskalation der Krise im Oktober hat Handicap International (HI) ihren Einsatz im Libanon angepasst, um den Menschen besser helfen zu können. Die Teams arbeiten derzeit mit insgesamt 5 Partnern in 14 Sammelunterkünften in Beirut, in Beqaa und im Norden des Libanon.

Handicap International leistet zudem psychologische Erste Hilfe, darunter sind auch viele Kinder. Die Teams verteilen Spielzeug und unterstützen Freizeitangebote für Kinder, um sie zu beruhigen und abzulenken. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der medizinischen Versorgung für Frauen und Mädchen mit Behinderung sowie der Verteilung von Hygienekits. HI organisiert außerdem Therapiesitzungen in Beirut und Beqaa und Aufklärungsprogramme über die Gefahren von explosiven Kriegsresten, die online, vor Ort und über die Medien durchgeführt werden.

Seit Beginn der Krise konnte Handicap Intenational in den ersten Wochen mindestens 8.000 Menschen unterstützen und koordiniert mindestens 150 Mitarbeiter und Freiwillige.

Jetzt spenden

Hilfe von HI in Zahlen

  • 8.000 Menschen wurden seit Beginn der Krise unterstützt.
  • 150 Mitarbeiter und Freiwillige sind an den Hilfsprogrammen beteiligt.
  • 5 Partner in Beirut, 4 in Beqaa und 5 im Norden arbeiten mit HI zusammen..
  • 6 Gesundheitseinrichtungen wurden mit Mobilitätshilfen ausgestattet.
  • Unterstützung für 2 lokale Organisationen bei Rehabilitationsdiensten und psychosozialer Hilfe.
31 Oktober 2024
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