Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Schulanfang für Sreyka

Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit
Kambodscha

Die 8-jährige Sreyka hüpfte auf dem Heimweg von der Schule die Straße entlang, als ein rasender Autofahrer sie mit seinem Fahrzeug erfasste. Schwer verletzt wurde sie zunächst in ein nahegelegenes Gesundheitszentrum und dann in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, das nicht über die nötige Ausrüstung verfügte, um sie zu behandeln.

Sreyka aus Kambodscha sitzt mit ihrer Prothese am linken Bein auf einem Fahrrad und lacht in die Kamera.

Sreyka kann mit ihrer Prothese wieder Fahrrad fahren. | © Stephen Rae / HI

Sreyka wurde dann an das Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Phnom Penh überwiesen. Dort musste ihr linkes Bein amputiert werden, um ihr Leben zu retten.

Zurück ins Leben

Sreykas Familie lebt bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Ihr Vater, ein Bauarbeiter, ist die einzige Einkommensquelle. Das Wenige, das er verdient, reicht nicht aus, um die Familie gut zu ernähren. Ihre Mutter kümmert sich um den Haushalt, Sreyka und ihre 14-jährige ältere Schwester. Ihr Dorf liegt eine Stunde vom HI-Reha-Zentrum in Kampong Cham entfernt. Sieben Monate nach ihrem Unfall erhält Sreyka dort eine Behandlung. Die Physiotherapeut*innen und Orthopädietechniker versorgen sie mit einer maßgeschneiderten Prothese und brachten ihr bei, damit zu gehen.

Heute kann Sreyka wieder lächeln und sogar die Schule besuchen. „Ich bin so glücklich, dass meine Tochter mit ihrer Prothese wieder zur Schule gehen und so viele Dinge selbständig tun kann", sagt Sreykas Mutter.

„Sie war wirklich unglücklich. Und auch für mich war es schwierig, denn ich musste sie viel tragen und ihr bei alltäglichen Aufgaben helfen, wie z.B. sie nach draußen oder auf die Toilette bringen. Die Arbeit von HI ermöglicht es, dass meine Tochter mit Prothesen versorgt werden kann!"

Eine Prothese muss viel aushalten

Sreyka besucht regelmäßig das Rehabilitationszentrum. Da sie noch wächst, erhält sie immer wieder neue Prothesen. Sie ist bereits bei ihrer zweiten! Manchmal müssen sie auch repariert werden – Sreyka ist eine echte Draufgängerin und probiert so einiges mit ihrem „neuen Bein“ aus.

„Ich spiele gerne mit meinen Freunden in der Schule und tue so, als wäre ich ein Gespenst. Es hat mir immer Spaß gemacht, mit meinen Cousins und Freunden im Haus herumzurennen. Und jetzt kann ich wieder tun, was ich liebe! Manchmal fahre ich mit dem Fahrrad und versuche sogar vor dem Haus meiner Großeltern damit zu driften", sagt sie.

„Ich mag die Schule sehr“

Sreyka scheint das Trauma ihres Unfalls allmählich zu überwinden. Sie ist selbstbewusster geworden und nimmt wieder am Familienleben teil. Sie ist in die Schule zurückgekehrt, wo sie die zweite Klasse besucht. Am Anfang war sie schüchtern und trug lange Röcke, um ihre Beine zu verstecken. Aber jetzt zieht sie die gleiche Uniform wie ihre Freunde an. Sreyka hat sich mit ihrem neuen Bein gut angefreundet.

„Meine Schule ist ziemlich weit weg, einen Kilometer von zu Hause, aber ich gehe oft zu Fuß hin. Ich mag die Schule sehr und mein Lieblingsfach ist Khmer. Wenn ich groß bin, möchte ich gerne Orthopädin werden", sagt sie mit einem strahlenden Lächeln. Das HI-Team in Kampong Cham kann zu Recht stolz auf sie sein!

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