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Sudan: Flucht vor dem Krieg, ohne laufen zu können

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Tschad

Omran stammt aus der Region Darfur im Sudan. Der 9-Jährige hat zerebrale Kinderlähmung und kann nicht laufen. Bei den Gefechten und Bombardierungen starben sein Vater, Großvater und Cousins. Seine Mutter Djimilla entschloss sich daraufhin mit ihren Kindern in den Tschad zu fliehen. Sie trug Omran den ganzen Weg auf dem Rücken.

Ein kleiner Junge sitzt auf einer Matte. Über ihn beugen sich ein Physiotherapeut und die Mutter des Jungen.

Omran bei einer seiner Physiotherapie-Sitzungen von Handicap International. | © T. Nicholson / HI

Seit fast einem Jahr herrscht im Sudan ein Krieg zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF). Die Zivilbevölkerung lebt in Angst, viele wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Besonders für Menschen mit Behinderung ist die Flucht eine große Herausforderung. Omrans Mutter wagte trotzdem die Flucht.

Auf der Flucht vor Gewalt

Omrans Leben änderte sich schlagartig, als sein Vater, Großvater und mehrere Cousins gleich zu Beginn des Konflikts getötet wurden. Angesichts der eskalierenden Gewalt entschied seine Mutter Djimilla, mit ihren vier Kindern zu fliehen, um sie in Sicherheit zu bringen.

Wie viele andere flohen sie überstürzt und suchten zunächst Zuflucht in verlassenen Gebäuden. Doch die zunehmende Gewalt zwang sie, ihre Heimat endgültig zu verlassen und in den Tschad zu fliehen.
 

Eine gefährliche Reise in den Tschad

Die Flucht war für Djimilla besonders anstrengend. Omran kann aufgrund seiner Behinderung nicht laufen. Djimilla trug ihn die gesamte Strecke auf dem Rücken, während sie gleichzeitig ihre sechs Monate alte Tochter auf den Schultern hatte.
Unterwegs geriet die Familie zusammen mit anderen Flüchtlingen in einen Hinterhalt. Viele Menschen starben, als sie versuchten, einen überfluteten Fluss (Wadi) zu überqueren. In der Panik wurden Omrans zwei Brüder von der Familie getrennt. Djimilla marschierte tagelang weiter, ohne zu wissen, ob ihre Söhne in Sicherheit waren oder noch lebten.

Erst im Flüchtlingslager Aboutengué im Tschad fand die Familie wieder zusammen. Djimilla beschreibt diesen Moment:
„Als wir alle wieder zusammen waren, habe ich viel geweint. Es war eine Mischung aus Trauer und Erleichterung, denn ich hatte auch meinen Vater, meinen Ehemann und andere Angehörige verloren.“

Hilfe durch Physiotherapie: Omran geht es besser

Im Lager begann für Omran ein neuer Lebensabschnitt. Teams von Handicap International (HI) betreuen ihn dort mit Physiotherapie und Übungen zur Haltungskorrektur. Diese regelmäßigen Behandlungen helfen, seine Beweglichkeit zu verbessern und zu verhindern, dass seine Hände und Füße wieder steif werden.

Djimilla hat bereits Fortschritte bei Omran bemerkt:
„Seine Hände und Beine waren früher steif. Dank der Übungen von HI hat er jetzt viel mehr Beweglichkeit. Ich sehe, wie es ihm besser geht.“

Die Behandlung erleichtert Omran den Alltag, doch das Leben im Lager bleibt hart für die Familie. Djimilla hofft, dass sich Omrans Zustand weiter verbessert und sie ihn eines Tages bei seinen Geschwistern lassen kann, während sie Arbeit sucht, um die Familie zu ernähren.

„Wenn Omran leidet, leide ich mit ihm. Ich wünsche mir, dass es ihm besser geht, er eine gute Ausbildung erhält und ein erfülltes Leben führen kann. Wenn er glücklich ist, bin ich es auch.“

 

 

 

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