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Sudan: Handicap International baut auf, was der Krieg zerstört hat

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Sudan

Zerstörte Städte, verlassene Straßen, Millionen Menschen auf der Flucht: Drei Jahre Krieg haben den Sudan tief gezeichnet. Im März 2026 hat unsere Leiterin der Nothilfe, Fanny Mraz, das Land bereist und die Folgen mit eigenen Augen gesehen. Viele Krankenhäuser und Reha-Zentren sind zerstört. Blindgänger bedrohen die Menschen. Unsere Hilfe wird dringend gebraucht.

Ein Baby sitzt zwischen seiner Mutter und einer Therapeutin. Diese reicht dem Baby einen Ball.

Krieg und Flucht rauben Kindern im Sudan die Chance auf eine gesunde Entwicklung. Unsere spezielle Spieltherapie hilft, dauerhafte Behinderungen zu verhindern. | © F. Mraz / HI

Die Lage im Sudan ist derzeit sehr instabil. In einigen Regionen kommt es nach wie vor zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit einer hohen Zahl an Opfern, insbesondere in den Bundesstaaten Darfur, Kordofan und Blauer Nil. Die Hauptstadt Khartum wurde kürzlich von einer neuen Welle von Drohnenangriffen heimgesucht, bei denen es zivile Opfer gab. 

Fanny Mraz berichtet:

„In Gebieten, in denen die Kämpfe eingestellt wurden, müssen erst einmal die grundlegenden Versorgungsleistungen wiederhergestellt werden. Öffentliche Einrichtungen wurden zum Großteil geplündert, medizinisches Personal wurde vertrieben und viele Gebäude wurden schwer beschädigt.“

Khartum, eine verlassene Stadt voller Blindgänger

„Khartum hat mich tief beeindruckt, denn es ist eine große Hauptstadt, in der normalerweise reges Leben herrscht. Heute jedoch sind die Hauptstraßen der Stadt völlig menschenleer: Es gibt keine Geschäfte oder Märkte, nur sehr wenige Autos und kaum jemanden auf den Straßen. Mehr als eineinhalb Millionen Menschen sind bei Ausbruch des Konflikts aus Khartum geflohen.

Blindgänger und Minen liegen auf Parkplätzen, an Straßenrändern, in Parks und auf Feldern. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Stadt wieder vollkommen sicher ist. Für viele Familien ist eine Rückkehr unmöglich. HI bereitet deshalb Minenräumung und Aufklärung über die Gefahren durch Blindgänger vor – damit Menschen wieder sicher nach Hause kommen können.“

Wiederaufbau von Kliniken und Reha-Zentren

In Wad Madani unterstützt HI Krankenhäuser und Rehabilitationszentren beim Wiederaufbau. Wir helfen mit Prothesen, Rollstühlen und Krücken sowie mit medizinischer Nachsorge für Verletzte und Menschen mit Behinderungen. 

„Ich habe drei Krankenhäuser und ein Zentrum für Prothetik und Orthesen in Wad Madani besucht. Die größte Herausforderung besteht darin, diese Dienste wiederherzustellen, geplünderte Gebäude und Ausrüstung zu reparieren und Mobilitätshilfen für Verletzte und Menschen mit Behinderungen bereitzustellen. „Ich traf einen Mann, der bei einer Landminenexplosion verletzt worden war und schwere Verbrennungen erlitten hatte. Er war vor kurzem ins Krankenhaus eingeliefert worden und wurde auf seine Entlassung vorbereitet. Die Nachsorge ist bei solchen kritischen Fällen unerlässlich.“

Therapie für unterernährte Kinder

Unterernährung ist ein großes Problem im Sudan. Sie ist eine direkte Folge des Krieges, da die Menschen in Gebiete fliehen, in denen der Zugang zu Nahrungsmitteln und humanitärer Hilfe eingeschränkt ist. Besonders erschütternd ist, dass viele Kinder an Unterernährung und Entwicklungsverzögerungen leiden. Mit gezielter Therapie und einfachen spielerischen Übungen helfen unsere Teams den Kindern, Kraft, Bewegung und Hoffnung zurückzugewinnen.

„Ich habe Mütter getroffen, deren Kinder unterernährt sind. Unsere Physiotherapeuten unterstützen sie durch eine Stimulationstherapie. Im Rahmen dieser Therapie entwickeln die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten durch einfache Spiele. Sie werden dazu angeregt, Bewegungen auszuführen und Gegenstände zu halten. Das stärkt ihre Muskeln und verbessert ihre Koordination und ihr Gleichgewicht. Zugleich werden die Eltern geschult, damit sie die Übungen fortführen können.“

Trotz zerstörter Infrastruktur, unsicherer Wege und extremen Wetterbedingungen arbeiten die Teams von Handicap International daran, den Menschen zu helfen. 
 

18 Mai 2026
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