Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

UN-Landminentag: Die Gefahr ist nicht vorüber

Minen und andere Waffen Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Irak Syrien

Am 4. April wird jährlich an die Gefahr durch explosive Kriegsreste in vielen Regionen der Welt erinnert.

Worood im bunten Kleid bei ihrer Physiotherapiestunde

Worood verlor in Syrien bei einem Angriff mit Streubomben einen Arm. Von Handicap International erhält sie seitdem Physiotherapie. | © Handicap International

Der letzte Landminenbericht vom November 2016 hat deutlich gemacht: Die Zahl der Opfer von Unfällen mit Anti-Personen-Minen und Blindgängern ist in einem Jahr um 75 Prozent gestiegen. 74 Prozent aller berichteten Unfälle wurden in Afghanistan (1.310), Libyen (1.004), Jemen (988), Syrien (864) und der Ukraine (589) registriert.

Schuld an der gestiegenen Zahl der Opfer von Anti-Personen-Minen und anderen explosiven Kriegsresten ist auch die massive und systematische Bombardierung mit explosiven Waffen in bewohnten Gebieten im Irak, in Syrien, im Jemen oder in der Ukraine.

Explosive Waffen töten und verletzen vor allem die Zivilbevölkerung. Ihre Blindgänger bleiben oft noch lange nach dem Krieg als tödliche Gefahr zurück. Mit einer aktuellen Petition ruft Handicap International deshalb dazu auf, dass die völkerrechtswidrige Bombardierung von Zivilbevölkerung beendet wird und die Betroffenen unterstützt werden.

90 Prozent der Menschen, die durch den Einsatz von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten getötet und verletzt werden, sind Zivilistinnen und Zivilisten. Bombardierungen und Raketenangriffe hinterlassen zahlreiche explosive Kriegsreste, die weite Gebiete über das Ende der Kämpfe hinaus verseuchen. Ähnlich wie Landminen bedrohen diese Überreste des Krieges die Bevölkerung langfristig und erschweren die Rückkehr in ein normales soziales und wirtschaftliches Leben. Besonders gravierend ist die Situation in Syrien: 3,6 Millionen Menschen leben in Gebieten, die mit explosiven Kriegsresten und improvisierten Sprengsätzen verseucht sind. Das ergab eine Untersuchung der Minenaktionsbehörde der Vereinten Nationen (UNMAS) im November 2016.   

„Bombardierungen und ihre Folgen treiben Menschen in die Flucht und bedrohen sie auch noch bei ihrer Rückkehr nach dem Krieg. Wegen der massiven Verseuchung in Ländern wie dem Irak oder Syrien stellen sich unsere Entminungsexperten auf jahrelange Räumungen ein.“
 - Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland.

 

Damit solche Szenen in Zukunft der Vergangenheit angehören:

Jetzt Petition "Keine Bomben auf Wohngebiete" unterzeichnen

3 April 2017
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