Mario Galla – Botschafter für Handicap International

Der Hamburger Mario Galla ist trotz einer Prothese ein international erfolgreiches Model. Als Botschafter von Handicap International setzt er seine Bekanntheit ein, um auf die Situation von Menschen mit Behinderung weltweit aufmerksam zu machen und deren Situation konkret zu verbessern.

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Mario Galla blickt nach vorne gebeugt zu der kleinen Channah runter, die ihren Blick auf einen Apfel in ihrer Hand gesenkt hat.
Mario Galla blickt nach vorne gebeugt zu der kleinen Channah runter, die ihren Blick auf einen Apfel in ihrer Hand gesenkt hat.
Mario Galla gewinnt nach und nach das Vertrauen der kleinen Channah, Kambodscha.

Model Mario Galla – Unser Botschafter für die Rechte von Menschen mit Behinderung weltweit

Es ist ein sonniger, schwüler Tag auf einem Schulhof mitten in Kambodscha. Selbst im Schatten hat es noch weit über 37 Grad. Die Prothese bricht das Eis. Model Mario Galla hat seiner schüchternen Gesprächspartnerin gerade erklärt, dass auch er eine Prothese trägt. Sein Gegenüber ist die fünfzehnjährige Kanha aus Kambodscha. Im Alter von sechs Jahren verlor Kanha ein Bein an eine explodierende Streubombe. Mittlerweile trägt sie schon ihre sechste Prothese, die ihr von unseren Fachkräften angepasst wurde. Als sie von der Gemeinsamkeit erfährt, öffnet sie sich, erzählt von ihrem schweren Schicksalsschlag, aber auch, wie sie heute nach vorne schaut. Sie möchte Anwältin oder Ärztin werden. Am Ende posieren die beiden sogar gemeinsam vor der Kamera.

„Ich konnte das erste Mal bewusst wahrnehmen, in was für eine „luxuriöse“ Situation ich eigentlich geboren wurde, und dass dies keinesfalls selbstverständlich ist. Ich bekomme hier in Deutschland eine erstklassige medizinische Versorgung, und das ist in Kambodscha nicht zwangsläufig gegeben, gäbe es nicht Organisationen wie Handicap International.“

Mario Galla hat seit seiner Geburt ein verkürztes Bein. Dank seiner Prothese und seiner Eltern sagt er aber von sich selbst: „Ich habe mich nie als Behinderten gesehen“. In seiner Jugend spielte er Leistungsbasketball. Heute modelt er für große Marken wie  Benetton, Hugo Boss oder Peugeot. Dank guter medizinischer und orthopädischer Versorgung und Eltern, die an ihn glaubten, erreichte er alles, was er sich wünschte.

Aufmerksamkeit schaffen – für die Situation von Menschen mit Behinderung

Kanha traf er, als er mit uns auf Pressereise in Kambodscha war und dort unsere Projekte besuchte. Als Botschafter für Handicap International wollte er mit seiner Reise aufmerksam machen auf die schwierige Situation von Menschen mit Behinderung in benachteiligten Ländern wie Kambodscha.

Die Reise war kurz, intensiv und anstrengend – aber äußerst erfolgreich. Denn mit dabei waren ein professioneller Fotograf, eine Journalistin und ein Journalist. Die beiden berichteten später über die Reise und die Situation in Kambodscha. Ihre Artikel erreichten über eine Million Leserinnen und Leser und lieferten ihnen die Lebenssituation vom anderen Ende der Welt direkt in die Wohnzimmer. „Mission accomplished“, wie Mario Galla sagen würde.

Mario Galla wollte mit seiner Reise etwas in Deutschland bewegen. Bewegt war er aber auch selbst von den Menschen und den Projekten. Besonders beeindruckt war er von Minenräumer Aki Ra, der ein Minenmuseum errichtet hat und damit ein Kinderzentrum finanziert; von Nobelpreisträger Thun Channareth, der zum Gesicht des internationalen Minenverbots wurde und von der kleinen Channah, die wie er mit einem verkürzten Bein zur Welt kam. Er traf sie einem Reha-Zentrum von Handicap International, das ihn besonders beeindruckte. 29 Mitarbeitende versorgen dort über 2000 Menschen pro Jahr. Viele, wie das fünfjährige Mädchen, kommen regelmäßig, da ihre Prothesen angepasst oder erneuert werden müssen.

Der Anfang: „Mario, Zeig dein Bein für Minenopfer“

Mit diesem Satz hatte alles begonnen. Als wir 2012 zum ersten Mal, gemeinsam mit unserer Partnerorganisation SODI, die Kampagne „Zeig dein Bein“ in Deutschland starteten, lag die Kooperation mit Mario nahe. Prominente sollten mit einem umgeschlagenem Hosenbein Solidarität mit Minenopfern zeigen – und welches Bein würde wohl mehr Aufmerksamkeit auf die Thematik lenken als das eines erfolgreichen Models mit Prothese. Dieses Bein hatte schließlich bereits 2010 bei der Berliner Fashion Week einen enormen Wirbel verursacht, als in der makellosen Modewelt auf einmal ein Model mit „Makel“ auftauchte. Kurzerhand baten wir Mario Galla um sein Bein. Er zögerte nicht und wollte sich sofort engagieren.

„Mit einer Behinderung zu leben muss kein Hindernis sein - wenn man die nötige Betreuung hat. Ich weiß das aus eigener Erfahrung und wünsche mir, dass für die Versorgung der Opfer von Landminen und Streubomben mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden.“

 „Ich will den Horizont der deutschen Öffentlichkeit erweitern. Aber ich will auch ganz konkret helfen – mit Spenden.“

Der Botschafter Mario Galla will direkt helfen: mit Spenden

Doch Mario will noch mehr als Aufmerksamkeit schaffen. Während seiner Reise durch Kambodscha konnte er mit eigenen Augen sehen, welch großen Unterschied die spendenfinanzierte Arbeit von Handicap International für die Menschen vor Ort macht. Deswegen nutzt er seine Bekanntheit und persönliche  Lebensgeschichte, um ganz direkt zu helfen. Während seiner Reise nach Kambodscha richtete er eine Spendenaktion, um unsere Projekte zu unterstützen ein. Bei einem Benefiz-Golfturnier in der Nähe von München mit anschließender Versteigerung zu Gunsten von Handicap International machte er sich für unsere Organisation stark und ließ die anwesenden Gäste an seinen Erfahrungen teilhaben. Seine Botschaft: Die Arbeit von Handicap International ermöglicht Menschen mit Behinderung ein würdiges Leben. Spenden machen diese Arbeit erst möglich. Ihre Spende!

Unterstützen deshalb auch Sie unsere Arbeit für schutzbedürftige Menschen weltweit. Damit Kinder wie Kanha und Channah auch weiterhin erwartungsvoll in die Zukunft blicken können.

 

All seine Erlebnisse während der Reise hielt Mario Galla in einem Reiseblog fest.

Veröffentlicht am 18.02.14