Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Jordanien

In Jordanien unterstützt Handicap International (HI) Menschen, die von humanitären Krisen betroffen sind.

Kind mit Beinamputation wird von einem Physiotherapeuten untersucht.

Reha-Sitzung in einem Zentrum von Handicap International | © Dan Giannopoulos / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Die Teams von Handicap International unterstützen und schulen medizinisches Fachpersonal. Zudem stellen die Teams Hilfsmittel für Rehabilitationsleistungen bereit. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium arbeitet Handicap International an der Umsetzung einer nationalen Rehabilitationsstrategie.

Die Teams helfen bei der frühzeitigen Erkennung von Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen und bieten betroffenen Kindern gezielte Frühförderung an. Darüber hinaus fördern sie die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in inklusive Schulen, indem sie Lehrkräfte entsprechend schulen. Gemeinsam mit den jordanischen Behörden arbeitet Handicap International am Aufbau eines nationalen Verweisungssystems für Unterstützungs- und Beratungsangebote für Menschen mit Behinderungen.

HI hilft Menschen mit Behinderungen dabei, Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Dazu gehört es auch, Arbeitsplätze barrierefrei zu gestalten und Arbeitgeber zu Inklusion zu schulen.

  • Anzahl der Mitarbeitende von Handicap International: 18
  • Anzahl der von Handicap International im Jahr 2025 unterstützten Begünstigten: 6.140 Personen
  • Start des Programms: 2012

Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Jordanien

Jordanien zählt weiterhin zu den stabilsten Ländern im Nahen Osten. Gleichzeitig verändern geopolitische Entwicklungen in der Region und eine sich verschärfende Wirtschaftskrise die humanitäre Lage im Land.

Obwohl Jordanien im Index der menschlichen Entwicklung (HDI) weiterhin gut abschneidet, wächst die Kluft zwischen der städtischen Bevölkerung in der Hauptstadt Amman und den Menschen in ländlichen Regionen wie den Regionen Mafraq oder Ma'an.

Derzeit leben noch rund 400.000 registrierte syrische Geflüchtete in Jordanien. Nach dem politischen Übergang in Syrien Ende 2025 ist ihre Zahl jedoch zurückgegangen, da viele Menschen freiwillig in ihre Heimat zurückkehrten. Seit Dezember 2024 sind mehr als 185.000 Syrer*innen aus Jordanien zurückgekehrt. Viele bleiben jedoch, weil die Infrastruktur in Syrien zerstört ist und grundlegende Dienstleistungen fehlen. Rund 80 Prozent der Geflüchteten leben in jordanischen Städten und Gemeinden, die übrigen 20 Prozent in Flüchtlingslagern wie Zaatari und Azraq.

Schätzungen zufolge leben in Jordanien rund 1,1 Millionen Menschen mit Behinderungen, was einem Anteil von etwa 11 bis 15 Prozent der Bevölkerung entspricht. Besonders in abgelegenen Regionen erschweren räumliche Isolation sowie physische und wirtschaftliche Barrieren den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.


 

Neues aus den Projekten

Blindgänger zerriss Salams Leben
© S.Khlaifat / HI
Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie

Blindgänger zerriss Salams Leben

Salam pflückte 2015 mit ihrer Familie Oliven auf einem Feld in der Nähe ihres Dorfes in Syrien. Sie fand ein seltsames Stück Metall, eine kleine Bombe. Sie war gerade mal 5 Jahre alt. Die Explosion tötete ihren kleinen Bruder und riss ihr das linke Bein ab. Sprengfallen, improvisierte Landminen und explosive Überreste liegen in Syrien in vielen Städten, Feldern und Häusern. Kinder sind besonders gefährdet.

Maryam steht wieder auf eigenen Beinen
© Molly Feltner
Minen und andere Waffen

Maryam steht wieder auf eigenen Beinen

Über eine Million Menschen wurden im Krieg in Syrien verletzt. Eine von ihnen ist Maryam. Als sie mit ihrer Familie auf dem Markt war, zerschmetterte eine gewaltige Explosion ihr rechtes Bein. Um das Leben des Mädchens zu retten, musste das Bein amputiert werden. Ihr Vater floh daraufhin mit Maryam und ihrer Mutter nach Irbid in Jordanien, um Hilfe für das Mädchen zu suchen. Er fand sie bei Handicap International.

Ulrike Folkerts bei Opfern von Explosivwaffen in Jordanien
© Ursula Meissner/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Ulrike Folkerts bei Opfern von Explosivwaffen in Jordanien

Im Rahmen ihrer Reise nach Jordanien besucht die HI-Botschafterin und Tatort-Schauspielerin Ulrike Folkerts Frauen, die Opfer von Angriffen mit Explosivwaffen wurden. Hier erhalten Sie Einblick in die berührenden Geschichten.

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