Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

HI-Büro in Gaza zerstört

Palästinensische Gebiete

Das Büro von Handicap International (HI) im Stadtteil Rimal in Gaza-Stadt wurde am 31. Januar 2024 bei dem Einschlag einer Bombe getroffen. Das Gebäude wurde vollständig zerstört. Mitarbeitende der humanitären Hilfsorganisation waren nicht anwesend.

Handicap International Logo

Das Büro von Handicap International (HI) in Gaza-Stadt wurde am 31. Januar 2024 bei dem Einschlag einer Bombe getroffen. Das Gebäude wurde vollständig zerstört.

HI wurde weder alarmiert noch gewarnt, obwohl die Koordinaten des Gebäudes ordnungsgemäß an das Benachrichtigungssystem übermittelt worden waren. Dieses System wurde von den Vereinten Nationen und den israelischen Streitkräften eingerichtet, um versehentliche Angriffe auf humanitäre Einrichtungen zu verhindern.


Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeitenden und Freiwilligen im Gazastreifen zu gewährleisten und der von dem Konflikt betroffenen Zivilbevölkerung zu helfen. 


Seit dem 7. Oktober wurden mindestens 26.751 Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen getötet und etwa 65.636 Menschen durch die anhaltenden Bombardierungen der israelischen Streitkräfte verletzt. Die israelischen Vergeltungsschläge folgten auf die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober, bei denen 1.200 Israelis getötet und 240 Israelis und ausländische Bewohner*innen als Geiseln genommen wurden.

Wir rufen die Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren. Sie müssen die Sicherheit der Zivilbevölkerung und ziviler Objekte gewährleisten. Sie müssen sicherstellen, dass humanitäre Hilfe schnell und ungehindert geleistet werden kann. Medizinisches und humanitäres Personal sowie die Infrastruktur müssen geschützt werden.  


"Wir sind zutiefst besorgt über die Vorgehensweise der letzten Monate, in denen zivile Gebäude von Nichtregierungsorganisationen, Schulen oder Häuser von Zivilisten zerstört wurden. Dies zeigt einmal mehr, dass es nirgendwo in Gaza sicher ist. Ein sofortiger und dauerhafter Waffenstillstand ist die einzige Lösung", sagt Federico Dessi, HI-Regionaldirektor für den Nahen Osten.


HI fordert nachdrücklich und eindringlich ein Ende des Einsatzes von Explosivwaffen im Gazastreifen, da diese systematisch und wahllos Zivilistinnen und Zivilisten treffen und den Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen für hunderttausende von Menschen gefährden, darunter Unterkünfte, Wasser, Strom und humanitäre Hilfe. Darüber hinaus werden humanitäre Hilfsorganisationen daran gehindert, angemessen und schnell auf die enormen und stetig weiter wachsenden Bedürfnisse der Zivilbevölkerung zu reagieren.
 

2 Februar 2024
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Gaza: Baschir blüht auf
© HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Gaza: Baschir blüht auf

Es ist früher Morgen. In einem Zelt in Deir al-Balah liegt der elfjährige Baschir auf einer dünnen Matratze. Sein Zuhause ist prekär: Bei Regen wird das Zelt nass, und das Wasser dringt bis zu seiner Matratze durch. Baschir kann nicht aufstehen, um nach draußen zu gehen. Seine Muskeln sind zu schwach. Aber seine Augen sind wach und voller Träume.

Gazastreifen: „Die Prothese gibt mir unendliche Kraft“ Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Gazastreifen: „Die Prothese gibt mir unendliche Kraft“

Nesma ist erst 20 Jahre alt. Wie viele andere Familien im Gazastreifen musste sie ihr Zuhause verlassen und vor der Gewalt fliehen. Doch bei einem Angriff wurde sie schwer verletzt. Ihr rechtes Bein musste amputiert werden. Genau ein Jahr später steht sie wieder aufrecht, kann ihr Kind sicher im Arm halten und sich um ihre Familie kümmern.

Gaza: Wie eine neue Prothese angepasst wird
© HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Gaza: Wie eine neue Prothese angepasst wird

In den zwei Reha-Zentren von Handicap International (HI) im Gazastreifen bekommen Menschen, die Gliedmaßen verloren haben, Prothesen und Physiotherapie. Unter ihnen ist der 10-jährige Mohamed.  Er wurde durch eine Panzergranate schwer verletzt und sein Bein musste oberhalb des Knies amputiert werden. Von HI hat er eine Prothese bekommen und macht jetzt seine ersten Schritte.