Sudan: „Ich kann meinen Kindern kaum Essen besorgen“
Stellen Sie sich vor, die gesamte Bevölkerung von Berlin, Wien, Hamburg, München, Köln und Frankfurt müsste gleichzeitig fliehen. Unvorstellbar? Im Sudan ist genau das in den letzten drei Jahren Realität geworden.
Im Sudan hilft HI unterernährten Kindern mit Spieltherapie | © HI
Der Sudan erlebt eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit – doch die Welt schaut oft weg. Während andere Konflikte die Schlagzeilen dominieren, kämpfen Millionen von Menschen im Sudan ums Überleben. Handicap International ist eine der wenigen Organisationen, die vor Ort Hilfe leisten und verwundete Menschen mit Physiotherapie versorgen.
Hunger, Flucht und die Folgen für die Schwächsten im Sudan
21,2 Millionen Menschen im Sudan hungern. Für kleine Kinder bedeutet das nicht nur leere Mägen, sondern oft lebenslange Folgen. Aisha, eine Mutter von Zwillingen, erzählt:
„Ich konnte meinen Kindern kaum etwas zu essen geben. Beide waren unterernährt. Ich versuchte, als Haushälterin zu arbeiten, aber die Anstrengung war zu groß und ich musste aufhören.“
Doch es gibt Hoffnung: Dank der spezialisierten Spieltherapie von Handicap International haben Aishas Kinder heute wieder Kraft. Sie lernen laufen, lachen und kämpfen sich zurück ins Leben.
Verletzungen, die das Leben verändern
In Wad Madani, südöstlich der Hauptstadt Khartum, unterstützt Handicap International mit Reha-Maßnahmen und versorgt vor allem Menschen mit Behinderungen mit Krücken und Rollstühlen. Menschen wie Sadia Abdalla. Die 33-Jährige verlor durch eine infizierte Wunde ihr Bein: eine Folge der Flucht und fehlender Diabetes-Medikamente.
„Seit der Amputation kann ich nicht mehr laufen. Anfangs verbrachte ich meine gesamte Zeit im Bett.“
Inzwischen übt eine Physiotherapeutin von Handicap International regelmäßig mit ihr, damit Sadia ihre Muskeln stärken kann. Zudem hat sie einen Gehwagen bekommen, um mobiler zu werden. Bald soll sie auf Krücken umsteigen. Ihr größter Traum? Eine Prothese, um wieder unabhängig zu sein.
Warum der Sudan unsere Aufmerksamkeit braucht
Drohnenangriffe zerstören Schulen und Krankenhäuser.
21,2 Millionen Menschen hungern, darunter unzählige Kinder mit bleibenden Schäden.
Verwundete und Traumatisierte erhalten kaum medizinische Versorgung.
Unsere speziellen Notfall-Reha-Teams sorgen im Sudan dafür, dass aus schlimmen Verletzungen keine lebenslangen Behinderungen werden. Wir sind vor Ort und helfen mit:
- Reha-Maßnahmen und Physiotherapie
- Psychologische Unterstützung für Traumatisierte
- Hygiene-Artikel und sauberes Wasser in Flüchtlingslagern
- Hilfsmittel wie Rollstühle und Krücken
Auch in Nachbarländern wie dem Tschad begleiten und untersützen wir sudanesische Flüchtlinge.
Sie können helfen!
Mit Ihrer Spende stehen Sie den Menschen im Sudan zur Seite und geben Hoffnung in einer vergessenen Krise.