Mali
In Mali unterstützt Handicap International (HI) Gemeinden dabei, ihre Widerstandsfähigkeit bei Konflikten zu stärken, fördert eine inklusive Gesellschaft und setzt sich für einen nachhaltigen Wandel im Umgang mit Behinderung ein.
Unsere Teams liefern lebenswichtige humanitäre Güter über Land, Luft oder Wasser. Hier ist ein LKW mit einer Landung von Bamako nach Timbuktu unterwegs. | © T. N'Daou / HI
Laufende Aktivitäten
Handicap International ist in Mali in einem Umfeld tätig, das von einer langanhaltenden Krise mit bewaffneter Gewalt und Vertreibung geprägt ist. Wir kümmern uns um die dringenden Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger Menschen. Dazu gehören insbesondere Frauen, Kinder, Vertriebene, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
Handicap International unterstützt in Mali mit: Rehabilitation, psychologischer und psychosozialer Unterstützung, Aufklärung über die Gefahren durch Blindgänger, Unterstützung von Betroffenen, inklusive Bildung und vieles mehr. Mit psychischer und psychosozialer Unterstützung helfen wir Menschen, die besonders stark von Gewalt, Vertreibung und verschiedenen Formen von Missbrauch betroffen sind. HI stellt außerdem Schutzprogramme bereit, insbesondere für Überlebende geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt. Darüber hinaus bilden wir lokale Ansprechpersonen in Gemeinden aus.
Handicap International führt Aufklärungskampagnen über die Gefahren durch explosive Kriegsreste durch und unterstützt besonders gefährdete Menschen, die diesen Gefahren ausgesetzt sind. Dazu gehören finanzielle Unterstützung und Hilfe beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen, psychosoziale Unterstützung, die Bereitstellung von Hilfsgütern, der Zugang zu medizinischer Versorgung und Rehabilitation sowie die Schulung von Vertreter*innen aus den Gemeinden.
Damit alle Kinder Zugang zu einer geeigneten und hochwertigen Bildung erhalten, stärkt HI die Kompetenzen von pädagogischen Fachkräften bei der Inklusion von Kindern mit Behinderungen. Wir helfen Lehrkräften dabei, ihren Unterricht inklusiver zu gestalten, arbeiten mit Schulen daran, die Zugänglichkeit ihrer Einrichtungen zu verbessern, und organisieren außerschulische Aktivitäten für Schüler*innen mit Behinderungen. HI sensibilisiert Familien und Gemeinden für das Thema Inklusion und stärkt durch Schulungen und den Einsatz von mobilen Lehrkräften die individuelle Unterstützung von Kindern mit Behinderungen.
Handicap International engagiert sich auch für wirtschaftliche Inklusion. Wir fördern die soziale und berufliche Teilhabe junger Menschen mit Behinderungen und setzen uns dafür ein, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Behinderung zu verändern. HI unterstützt lokale Initiativen und fördert die Gründung von Spar- und Kreditgruppen in Dörfern, die zur Stärkung der Selbstbestimmung und Eigenständigkeit von Gemeinden beitragen. Außerdem helfen wir Kleinkindern mit mehrfachen Behinderungen oder Mangelernährung durch eine umfassende Betreuung.
Darüber hinaus setzt sich Handicap International, als eine der wenigen Organisationen, die in diesem bereit tätig sind, landesweit für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein.
- Anzahl der HI-Mitarbeitenden: 76
- Anzahl der Menschen, die 2025 direkt von HI unterstützt wurden: 141.637
- Anzahl der Menschen, die 2025 indirekt von HI unterstützt wurden: 623.294
- Beginn des HI-Programms: 1993
Hintergrund
Mali ist ein westafrikanisches Land mit mehr als 25 Millionen Einwohner*innen und steht vor einer komplexen und anhaltenden humanitären Krise.
Im Jahr 2026 benötigen vor dem Hintergrund von Unsicherheit, Zwangsvertreibung, klimabedingten Krisen und sozioökonomischen Problemen fast 5 Millionen Menschen in Mali humanitäre Hilfe – das entspricht einem Fünftel der Bevölkerung.
In den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheitslage in Mali kontinuierlich verschlechtert. Insbesondere haben bewaffnete Gewalt und Angriffe auf Zivilbevölkerung und humanitäre Helfer*innen zugenommen. Explosive Kriegsreste stellen weiterhin eine große Gefahr für die Bevölkerung dar und sind inzwischen auch im Süden des Landes eine Bedrohung.
Viele Zivilist*innen sind besonders stark von der unsicheren Lage betroffen und fliehen vor der Gewalt. Ende 2025 waren daher fast 415.000 Menschen innerhalb des Landes vertrieben. 58 Prozent von ihnen waren Kinder und 30 Prozent Frauen.
Darüber hinaus verschärfen wiederkehrende Katastrophen wie Überschwemmungen und Epidemien die ohnehin schwierige Situation der Bevölkerung. Die historischen Überschwemmungen während der Regenzeit 2024 betrafen beispielsweise mehr als 850.000 Menschen. Extreme Wetterereignisse erschweren den Zugang zu Lebensgrundlagen und tragen dazu bei, dass 2026 fast 4 Millionen Menschen in Mali von anhaltender Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Besonders für Kleinkinder besteht ein hohes Risiko für Mangelernährung.
Der humanitäre Bedarf bleibt enorm: Für Millionen Menschen ist der Zugang zu Wasser, Gesundheitsversorgung und Bildung weiterhin eingeschränkt. Besonders betroffen sind Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen.
Neues aus den Projekten
Wieder lächeln: Psychologische Hilfe für Vertriebene in Mali
Frauen und Kinder drängen sich in provisorischen Zelten am Rande der Wüste, die kaum Schutz bieten. Alle mussten vor dem nicht enden wollenden Krieg in ihrer Heimat fliehen und suchen Zuflucht in der Umgebung von Gao. Die Menschen in Mali haben in den vergangenen Monaten Schreckliches erlebt. Gemeinsam mit der Europäischen Union unterstützen wir sie vor allem dabei, ihre Traumata zu verarbeiten.
Hilfe in Mali: Wie wir auch die entlegensten Dörfer erreichen
In Mali stoßen Hilfsorganisationen oft an ihre Grenzen, und die nötige Hilfe kommt nicht immer da an, wo sie so dringend gebraucht wird. Die Not im Land ist groß. 8,8 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als die Bevölkerung von Niedersachsen. Unser spezielles Logistik-Team schafft es, die dringend benötigte Hilfe sogar in die entlegensten Ecken des Landes zu bringen.
Mali: Handicap International unterstützt vom Klimawandel betroffene Haushalte
Die Menschen in Mali leiden stark unter den Folgen des Klimawandels. Viele Bauern können wegen der Dürren nicht mehr wie früher von ihrer Ernte leben und müssen neue Einnahmequellen erschließen. Unsere Teams unterstützen betroffene Familien wie beispielweise die Bäuerin Fadimata, die zehn Personen versorgen muss, und führen Vorsorge-Beratungen gegen Unterernährung durch.
Sie mit